Computer-Nachrichten.de MeinungDass "Death Proof" in den USA floppte, hat mehrere Gründe: In den Staaten kam der Streifen als Teil des katastrophal vermarkteten "Grindhouse"-Projektes in die Kinos, mit dem sich zwei Regisseure vor den typischen B-Movies der 70er Jahre verbeugten. So wurde an einem Abend zunächst ein neues Werk von Robert Rodriguez, anschließend Tarantinos "Death Proof" gezeigt. Den wenigen Zuschauer, die den Weg ins Kino fanden und sogar nach dem ersten Film sitzen blieben, fehlte oft das nötige Hintergrundwissen, um Tarantinos Werk wirklich gut finden zu können.
Gewalt und knappe Hot-PantsTrotzdem ist "Death Proof - Todsicher" ein typischer Tarantino-Streifen: Im Vordergrund stehen neben plakativer Gewalt wieder einmal weibliche Geschöpfe, deren Hot-Pants für den Regisseur nicht zu knapp sein konnten. Das ganze verquirlt mit Tarantinos Hang zu überlangen Dialogen und einem coolen Musik-Soundtrack - fertig ist ein neues Meisterwerk, das wieder einmal stilbildendend für ein ganzes Genre sein wird. Im weitesten Sinne kommerziell ist "Death Proof" sicherlich nicht: Der Humor ist rabenschwarz, das Bild von ebenso attraktiven wie gewalttätigen Frauen zu einseitig und die erschlagend-langen Dialog-Passagen weitab vom Mainstream-Kino. Doch genau das macht den Charme von "Death Proof" aus - denn der Film ist vor allem eine hingebungsvolle Hommage an die typischen B-Movies der 70er Jahre, die Tarantino so liebt.
Thomas Busch |