Als vor ein paar Jahren zum ersten Mal die Gerüchte aufkamen, dass Tokiens Mammutwerk "Der Herr der Ringe" in Form eines Multiplayer-Online-Rollenspiels versoftet werden sollte, zweifelten nicht wenige Kritiker an der Umsetzbarkeit des ehrgeizigen Projektes. Am 24. April 2007 werden sie eines besseren belehrt, denn dann bringt Codemasters "Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar" nach Europa. Damit ist Entwickler Turbine nach dem eher durchwachsenen "Dungeons&Dragons Online" ein echter Paukenschlag gelungen, denn "HdRO" hat weit mehr zu bieten als eine große Lizenz. Schon die Betaphase des Spiels ließ erahnen, dass hier eine echte Konkurrenz für "World of Warcraft" heranwächst - nicht zuletzt deshalb, weil sich Turbine eine große Scheibe von Blizzards Klassenprimus abgeschnitten hat. Mehr Infos zu Herr der Ringe Online finden Sie im
LOTRO-Tagebuch der Computer-Nachrichten.de »"HdRO" beginnt wie jedes Online-Rollenspiel mit der Erschaffung eines Charakters. Einige Tolkien-Fans werden angesichts der Tatsache enttäuscht sein, dass nur die "guten" Rassen Mittelerdes spielbar sind. Man streift also als Mensch, Elb, Zwerg oder Hobbit durch die riesigen Länder, erledigt Quests und sammelt Erfahrung. Zwar besteht die Möglichkeit, über das so genannte "Monster Play" in der Haut von Orks und Goblins auf Hobbitjagd zu gehen. Dieser Spielmodus ist allerdings nur eine nette Abwechslung und keine echte Alternative zu einem ausgewachsenen PVP-System. Die Charakterklassen sind RPG-Standard: Waffenmeister sind klassische Klopper, Barden inspirieren ihre Gefährten durch Musik und Kundige verfügen über magische Fähigkeiten. Jede Rasse hat ein eigenes Startgebiet, in dem der Spieler in einer Instanz ins Spiel eingeführt wird. Hier offenbart sich eine Besonderheit von "HdRO": Das Spiel bietet nicht nur Standard-Quests, sondern erzählt wie "Guild Wars" in bestimmten Instanzen die Geschichte weiter. Dabei haben sich die Entwickler reichlich an Tokiens Geschichtsfundus bedient und erzeugen so eine spannende Atmosphäre. Selten hat es so viel Spaß gemacht, die Questtexte zu lesen. Schon in den ersten Minuten als Mittelerde-Mensch erlebt man beispielsweise eine unheimliche Begegnung mit einem Nazgul. In solchen Momenten erreicht Turbines Online-RPG ein im Genre äußerst seltenes Mittendrin-Gefühl.