Magie aus allen Rohren  |
Der Titel lässt es bereits vermuten: "Dawn of Magic" setzt voll auf den Einsatz von Magie. Wie in allen Vertretern des Genres ist man die meiste Zeit über damit beschäftigt, sich gegen riesige Gegnermassen zu wehren. Dies klappt zwar auch mit Waffengewalt, effektiver wird es durch den Einsatz der in zwölf Gruppen (Elementarmagie, Nekromantie, etc.) eingeteilten Zaubersprüche. Sehr schön ist die Möglichkeit, verschiedene Sprüche zu kombinieren um gezielt auf die Schwächen der Gegner zu reagieren. Über eine Quickslot-Bar stehen jeweils acht Zauber zur Wahl. Die durch Monsterschlachten und erledigte Quests gesammelten Erfahrungspunkte können neben dem Magietraining auch in einige "friedliche" Fähigkeiten investiert werden, etwa die Alchemie, das Herstellen von Gegenständen oder den Handel. Dadurch und durch die hohe Dichte an Haupt- und Nebenquests, die man für die unzähligen Bewohner der riesigen Fantasywelt erledigt, erreicht "DoM" eine angenehme Spieltiefe. Leider haben die Entwickler beim Balancing geschlampt, denn stellenweise ist der Schwierigkeitsgrad von "Dawn of Magic" hart an der Schmerzgrenze. Ein weiterer Minuspunkt ist die Inventarverwaltung. Die hält sich nicht an Genrestandards, sondern setzt auf ein unkomfortables Scrollbar-Interface. Auf der technischen Seite gibt sich "Dawn of Magic" grundsolide, ohne besondere Akzente zu setzen. Die frei dreh- und zoombare 3D-Grafik setzt die Landschaften hübsch in Szene, auch die Animationen und die Gestaltung der Figuren überzeugt. Gemessen an Krachern wie "Titan Quest" wirkt die Grafik von "DoM" allerdings ein wenig altbacken, was aufgrund ihres Alters auch nicht groß verwundert. Der Soundtrack des Spiels bietet einige gelungene Melodien, die sich aber leider ein wenig zu oft wiederholen.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Dawn of Magic" ist gute Hack'n'Slay-Hausmannskost, mehr allerdings nicht. Das Spielprinzip ist inzwischen schon tausendmal da gewesen. Dass das nicht weiter schlimm ist, haben Titel wie "Sacred" und "Titan Quest" schon das ein oder andere mal bewiesen, leider stellt sich der ungemein wichtige Sammel-Suchtfaktor bei "Dawn of Magic" nur zögerlich ein. Das liegt zum einen am nicht ganz ausgereiften Balancing, zum anderen an der öden Story, die trotz Gesinnungswahl kaum mitreißen kann. Schlecht ist "Dawn of Magic" aber keinesfalls, dafür macht allein das geschickte Kombinieren der Zauberkräfte zuviel Spaß. Hardcore-Fans von Action-RPGs dürfen dem Titel also durchaus eine Chance geben, sofern sie über eine hohe Frusttoleranz verfügen. Alle anderen warten entweder auf die kommenden Kracher oder verdreschen den guten, alten "Diablo" zum x-ten Mal.
Boris Hofferbert |