Nur ein Kratzer...? |
Ein absolutes Highlight des neuen "Need for Speed" ist das äußerst detaillierte Schadensmodell. Anders als bei "Carbon" und Co. führt in "Pro Street" jede Berührung mit einer Wand oder einem anderen Fahrzeug zu kleinen Beulen oder großen Crashs. Die Dellen sind dabei nicht nur optisch schön umgesetzt, sondern wirken sich auch auf das Fahrverhalten aus. Übrigens haben es nur Original-Karossen ins Spiel geschafft, obwohl viele Hersteller ihre Schätze ungern verschrottet sehen. Wer die Vorgänger kennt, muss sich dank des Schadensmodells erstmal umgewöhnen, zumal die KI-gesteuerten Gegner deutlich aggressiver fahren. Gerade Anfänger investieren viel von ihrem hart verdienten Geld in Reparaturarbeiten, was auf Dauer frustrierend ist. Deutlich spaßiger sind die Online-Rennen gegen menschliche Gegner. Leider müssen PS2- und Wii-Besitzer darauf ebenso verzichten wie auf einige Grafikeffekte. Auf PC, PS3 und Xbox 360 sieht "Pro Street" hingegen toll aus, was besonders an den perfekten Automodellen liegt. Die unterschiedlichen Strecken sind hingegen zuweilen eintönig. Während es in den Wüstenregionen von Nevada noch schöne Landschaften zu bestaunen gibt, sind gerade die Stadtkurse eher langweilig designt. Der Sound ist ebenfalls eher durchschnittlich. Während musikalisch der übliche Mix aus Hip Hop und Rock-Klängen angesagt ist, langweilen die Sprecher mit eintönigen Witzen und platten Dialogen.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Need for Speed: Pro Street" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits tut es der Serie gut, die ausgelatschten Pfade der letzten Jahre zu verlassen. Auf der anderen Seite sind die Neuerungen zuweilen etwas unausgewogen umgesetzt. So schleicht sich beim Abarbeiten der Renntage mit der Zeit Routine ein, die vor allem durch den ständig nötigen Reparaturen entsteht. Wenn man später im Spiel bessere Autos zur Verfügung hat, erledigt sich dieses Problem aber von selbst. Die ausgereiften Tuningmaßnahmen machen Spaß und erlauben viel spielerischen Freiraum. Auch die deutlich bessere Gegner-KI überzeugt, wenn auch die Online-Rennen langfristig mehr parat haben. "Pro Street" wandert auf dem schmalen Grat zwischen Simulation und Arcade-Racer, was Fans der Vorgänger eventuell abschrecken könnte. Für Rennspielfans mit Tuning-Ambitionen ist der Neuling aber auf jeden Fall ein Probespiel wert.
Boris Hofferbert |