Tolle Präsentation, nervige Details |
Die innovative Steuerung von "Skate" erfordert einige Eingewöhnungszeit. Für einen einfachen Ollie drückt man nicht auf einen Knopf, sondern bewegt den rechten Analogstick von unten nach oben. Flips und Grinds werden auf ähnliche Weise ausgeführt. Hat man sich erstmal daran gewöhnt,wirkt das System sehr natürlich und vermag es hervorragend, echtes Skateboard-Gefühl umzusetzen. Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Im Vergleich zu "Tony Hawk" wirkt die Trickpalette in "Skate" recht bescheiden. Auch vermisst man nach dem x-ten Sturz über einen kleinen Bordstein eine Sprungtaste. Das liegt vor allem an der nicht immer glücklichen Kameraperspektive. Die heftet sich von schräg unten an die Fersen des Skaters. Das sieht zwar extrem stylish aus, dafür übersieht man schnell das eine oder andere Frontalhindernis. Hervorragend gelungen ist die grafische Umsetzung. Alles an "Skate" sieht echt aus, von der lebendigen Stadt über die Bewegungen der Skater bis hin zu den unzähligen Details der Boards. Auch der Soundtrack mit der genretypischen Mischung aus Punk- und Rocksongs überzeugt und lässt die passende Atmosphäre aufkommen.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Skate" richtet sich vor allem an Spieler, die eine möglichst realitätsnahe Umsetzung des Skateboarding wollen. Wer nur auf das schnelle Erreichen von Zielen oder das Verbessern von Fertigeiten aus ist, liegt hier eher falsch. In "Skate" geht es einfach um das Skaten selbst. Selten war es so befriedigend, einfach nur durch die Stadt zu rollen und entspannt einen Trick nach dem anderen auszuführen. Kleine Designpatzer verhindern die uneingeschränkte Empfehlung. So fehlt durch den Verzicht auf Fähigkeitenausbau ein wenig die Langzeitmotivation, zumal die Aufgaben sich oft sehr ähneln. Auch die Kameraführung hätte eleganter gelöst werden können. Auf der anderen Seite macht das innovative Steuerungssystem und die absolut hervorragende Optik eine ganze Menge wett. "Skate" mag eine weniger breite Zielgruppe erreichen als "Tony Hawk", dennoch hat EA mit der Konzentration auf das Wesentliche des Sports eine durchaus gelungene Genrepremiere hingelegt.
Boris Hofferbert |