Viel Altes und ein wenig Neues |
"Halo 2" ist ein Ego-Shooter der klassischen Art. Die Gegner-KI ist durchwachsen, die Action oft sehr mitreißend, ohne jedoch ganz die intensive Qualität eines "Half-Life 2" oder "F.E.A.R." zu erreichen. Dafür wiederholen sich gerade die Innenlevels zu häufig. Nach wie vor genial sind die Ausflüge auf den diversen Fahrzeugen - hier kommt auch 2007 ein Hochgefühl auf. Die Steuerung wurde gut an den PC angepasst. Per Maus und Tastatur steuert sich der Master Chief ebenso gut wie mit einem Xbox 360-Pad. Grafisch hinterlässt die Portierung einen gemischten Eindruck. Entwickler Bungie hat die Optik mit einigen DirectX 9-Effekten aufgefrischt, zudem wirkt das Bild durch die höhere Auflösung viel schärfer als auf der Xbox. Im Vergleich mit aktuellen Titeln wie "Stalker" oder "HL2: Episode 1" wirkt die Grafik aber etwas angestaubt und kann ihre Konsolenherkunft nicht verleugnen. Apropos Konsole: Über "Games for Windows Live" dürfen PC- und Xbox-Zocker online gegeneinander in "Halo 2" antreten. Allerdings ist der Dienst zurzeit noch nicht online, was bis zum Release geändert werden soll. Exklusiv in der PC-Version von "Halo 2" enthalten sind zwei neue Multiplayer-Maps sowie ein Level-Editor, der für reichlich Nachschub sorgen sollte.
Computer-Nachrichten.de MeinungDa ist sie nun also, die PC-Version des einstigen Xbox-Meilensteins. Was soll man sagen? Kann "Halo 2" auch heute noch überzeugen? Ja! Kann der Titel Unentschlossene dazu bewegen, auf Vista umzusteigen? Das ist zumindest fraglich. "Halo 2" macht sicherlich jede Menge Spaß. Aber der PC bietet ebenso viele überzeugende Shooter-Alternativen. Und technisch macht die PC-Portierung von "Halo 2" zwar eine solide Figur, warum aber ein auf DirectX 9 basierendes Spiel unbedingt vista-exklusiv sein muss, weiß wohl nur Microsoft. Da dürften kommende DX10-Kracher wie "Crysis" oder "Alan Wake" mehr Umstiegs-Zugkraft aufbringen. Alles in allem ist "Halo 2" ein sehr guter PC-Shooter in einem Jahr, in dem das Genre noch nicht viel Zählbares hervorgebracht hat. Für den ganz großen Kracher reicht das Gebotene 2007 aber nicht mehr aus.
Boris Hofferbert |