Technik-Kultist oder Öko-Fan |
Die Story von "Silverfall" bietet für ein Action-RPG erstaunlich viel Tiefgang, der sich auch auf den Spielverlauf auswirkt. So stehen die Einwohner von Nelwë in einem fortlaufenden Konflikt zwischen Technik und Natur. Im Laufe der Geschichte muss man sich für eine der beiden Seiten entscheiden, was sich nicht nur auf die Grafik, sondern auch auf den Charakter auswirkt. So verfügen Öko-Freunde Skills wie Naturbeherrschung, während Techniker sogar mit Radioaktivität gegen die Gegnermassen anlaufen. Auch auf den Wiederaufbau von "Silverfall" hat die Entscheidung sichtbaren Einfluss. Neben der Hauptstory bietet das Spiel auch jede Menge Nebenquests, die zu erledigen aber fast zur Pflicht werden können - dann nämlich, wenn man auf einen der insgesamt acht Begleiter zugreifen möchte. Maximal zwei Kollegen begleiten die eigene Figur, was aufgrund der harten Gegner auch bitter nötig ist. Leider ist vorher selten klar, welche Quest nun wirklich für einen Mitstreiter sorgt - hier sollte Monte Cristo nachbessern. Gleiches gilt übrigens auch für die Steuerung, die gelegentlich nervige Probleme mit der Wegfindung aufweist. Optisch weiß "Silverfall" hingegen zu überzeugen. Sämtliche Spielfiguren sind in einer etwas gewöhnungsbedürftigen, aber dennoch schön anzusehender Comic-Grafik gehalten. Die eigentliche Spielwelt ist frei dreh- und zoombar und weiß ebenfalls zu gefallen. Übrigens wurde das komplette Spiel sehr gut ins Deutsche übersetzt, was auch für die unzähligen gesprochenen Dialoge gilt.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Silverfall" ist im Grunde genommen ein klassisches Action-Rollenspiel. Man metzelt sich durch Gegnerhorden, sammelt immer mehr und immer bessere Ausrüstung ein und baut seinen Charakter vom Schwächling zur Kampfmaschine aus. Durch die überraschend hintergründige Geschichte, der offenen Charakterentwicklung und dem Konflikt zwischen Technik und Natur (gut, das bot auch der Klassiker "Arcanum") und nicht zuletzt seiner ungewöhnlichen, aber niemals kitschigen Comicgrafik schafft es "Silverfall" dennoch, im übervölkerten Genre eigene Akzente zu setzen. Da ist es erst recht schade, dass die etwas hakelige Steuerung und der fiese Schwierigkeitsgrad etwas zuviel Salz in die Spielspaß-Suppe streuen. Sollte Monte Cristo hier noch per Patch nachbessern, könnte sich "Silverfall" zu einem echten Hit mausern. Schon jetzt lohnt es sich für Genrefans, den Titel zumindest einmal anzuspielen!
Boris Hofferbert |