Düster, düsterer, STALKER! |
Freilich stößt man auf der Reise durch die Zone auf nicht wenige feindlich gesinnte Zeitgenossen: Von mutierten Tieren über Soldaten bis hin zu riesigen Mutanten reicht die Gegnerpalette. Um sich zur Wehr zu setzen, steht dem Spieler ein breites Arsenal an Schusswaffen zur Verfügung. Das ist auch nötig, denn die Gegner sind nicht nur äußerst zahlreich sonder verhalten sich dank der ausgefeilten KI auch meistens äußerst clever. "Meistens" deshalb, weil "STALKER" in der aktuellen Version nicht ganz frei von Bugs ist, die aber nicht extrem stören. Die wahre Stärke von "STALKER" liegt in der genialen Atmosphäre. Selten hat es ein PC-Spiel so sehr geschafft, den Spieler in seine düstere, alptraumhafte Welt zu ziehen. Die Zone ist dreckig, lebensfeindlich und extrem gefährlich - gerade deshalb ist der Aufenthalt in ihr so spannend. Man kämpft ständig für das eigene Überleben. So muss man sich neben der Gesundheit und den Schutz vor der Strahlung auch ständig um Nahrung kümmern, was manchmal nervig sein kann. Unterstützt wird der düstere Realismus durch ein überzeugendes Wettersystem und einen Tag-Nacht-Wechsel. Die Welt von "STALKER" fühlt sich einfach echt an. Das liegt auch an der sehr guten Grafik und den tollen Sound. Zwar wirkt die Optik von "STALKER" heute nicht mehr ganz so beeindruckend wie auf den ersten Screenshots vor ein paar Jahren, dennoch trägt sie - auf einem starken Rechner - viel zur brillanten Atmosphäre des Titels bei.
Computer-Nachrichten.de Meinung |
Eines ist klar: "STALKER" revolutioniert das Shooter-Genre nicht. Aber es setzt sich wohltuend von der breiten Masse ab. Die offene Welt, das Quest-System und nicht zuletzt die brillant inszenierte Endzeit-Stimmung sprechen eindeutig für das Spiel aus der Ukraine. Auch das Gameplay weiß größtenteils zu überzeugen, was nicht zuletzt an der guten Steuerung liegt. Es ist allerdings schade, dass GSC Game World nicht mehr aus der offenen Level-Gestaltung gemacht hat. "STALKER" hätte das Zeug zu einem "Oblivion" für Ballerfreunde zu werden. Leider wird das verlassen der Story-Pfade aber nach einiger Zeit langweilig. Gleiches gilt übrigens auch für die Story, die voll von stereotypen Figuren und vor sich hinplätschert. Aber das alles gerät schnell in Vergessenheit, wenn man sich auf leisen Sohlen durch die Zone pirscht, um plötzlich vor einem wütenden Rudel mutierter Hunde aufgeschreckt zu werden - seit "F.E.A.R" war kein Spiel mehr so gruselig. Alles in allem hat sich das Warten auf "STALKER" durchaus gelohnt, sofern man nicht den absoluten Superdupermegakracher erwartet.
Boris Hofferbert |