Piraten... na und? |
Eigentlich kann man "Pirates of the Burning Sea", dem neuen Online-Rollenspiel von Flying Lab Software, nicht unbedingt gutes Timing bescheinigen. Immerhin ist das ganz große Piratenfieber spätestens seit dem Abschluss der "Fluch der Karibik"-Trilogie im vergangenen Kinosommer deutlich abgeflaut, und mit "Bounty Bay Online" ist das vermeintlich unverbrauchte Szenario auch gar nicht mehr... sooooo unverbraucht. Aber mit diesen Vorurteilen tut man dem Spiel aus den Flying Labs Studios unrecht. Denn "PotBS" war nicht nur über fünf Jahre in der Entwicklung, es gelingt dem Spiel auch, sich in vielen Punkten vom MMORPG-Einheitsbrei der Konkurrenz abzugrenzen. Das liegt einerseits an dem trotz "Bounty Bay" nach wie vor spannenden Szenario, nämlich der Karibik im Jahre 1720, zum anderen aber auch an den hohen Einfluss der Spieler auf die Spielwelt. Mit der Unterstützung von Online-Veteran Sony Online Entertainment setzt "Pirates of the Burning Sea" am 22. Januar die Segel in hiesige Gewässer.
Mein Hafen ist dein Hafen |
Wie in anderen Online-RPGs gilt es auch in "Pirates" zunächst, sich eine Fraktion und eine Klasse auszusuchen. Zur Wahl stehen dabei die Spanier, die Franzosen, die Briten und natürlich die Piraten, zusätzlich werden die Holländer als NPC-Fraktion in die Handlung eingebunden, was vor allem in den rund 1.000 Quests pro Fraktion wichtig ist. Angehörigen der Nationen steht ein Werdegang als Händler, Marineoffizier oder Freibeuter (ein Mittelweg aus beidem) zur Auswahl, Piraten sind hingegen einfach... Piraten. Man startet seine karibische Karriere stets in einem sicheren Hafen, zusammen mit einem Schiff und einem kleinen Startkapital. Sobald man den Heimathafen verlässt und in See sticht, zeigt sich eine der großen Besonderheiten von "Pirates". Die rund 80 Häfen stehen unter der Kontrolle der einzelnen Fraktionen, die je nach Spielverlauf wechseln kann. Wenn sich etwa zu viele Spanier in einem von den Briten kontrollierten Hafen rumtreiben, wird dieser in einen Zustand politischer Unruhe versetzt, was in spannenden PVP-Duellen zu Lande und auf See resultiert. In einer entscheidenden Schlacht kann es passieren, dass der Hafen künftig unter spanischer Kontrolle steht, was für Mitglieder dieser Fraktion deutliche Vorteile beim Handel und den diversen Quests bedeutet. Das Prinzip erinnert an die Realm-vs-Realm-Schlachten aus "Dark Age of Camelot" und hält die Spielwelt dynamisch. Damit keine Fraktion zuviel Macht erhält, wird der Status der Häfen alle paar Tage neutralisiert - im Spiel umgesetzt als Friedensvertrag aus dem fernen Europa.
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