Nichts für Landratten |
Wie "World of Warcraft" ist das Gameplay von "PotBS" stark questbasiert, wobei jeder Charakter seine eigene Story hat, die sogar unterschiedliche Richtungen einschlagen kann. Anders, als bei der Konkurrenz, resultiert das Hochleveln hier nicht in immer höheren Statuswerten, sondern ist eher für die unterschiedlichen Fähigkeiten im Kampf zu Lande und auf den Schiffen wichtig. Letztere sind ein spielerischer Schwerpunkt von "PotBS". Jeder Charakter verfügt über mindestens ein Schiff, dass er mit besserer Ausrüstung und einer größeren (computergesteuerten) Crew aufrüsten kann. Hochrangige Kapitäne können Schlachtschiffe mit bis zu 100 Kanonen kommandieren. Allerdings kann es auch passieren, dass kleine, wendige Schiffe solche trägen Kähne versenken, wenn der feindliche Kapitän entsprechende Fähigkeiten verfügt. Der Seekampf ist taktisch ansprechend und erinnert an den Genreklassiker "Pirates!" von Sid Meier. Kommt es zum Entern, sind wiederum die kämpferischen Fähigkeiten der Kapitäne gefordert. Hier spielt sich "PotBS" genretypisch, was auch für die Landmissionen gilt. Wie "WoW" wird auch hier sehr viel in Instanzen gekämpft. Piraten dürfen gekaperte Schiffe übrigens behalten, was auch für die Waren auf ihnen gilt. Die werden in "PotBS" anders als bei der Konkurrenz vollständig von den Spielern hergestellt, was allerdings nicht in langwierigen Crafting-Klickorgien führt, wie etwa in "Vanguard". Stattdessen unterstehen dem Spieler verschiedene Werkstätten und Arbeiter in den Häfen. Was produziert wird und wie viel man damit verdient, hängt stark von der politischen Situation ab. Gewiefte Händler schmuggeln verbotene Ware in feindliche Häfen, was dicken Profit verspricht - werden Sie dabei entdeckt, droht der Strick.
Computer-Nachrichten.de Meinung |
"Pirates of the Burning Sea" bringt viel frischen Wind ins Genre. Das dynamische Handelssystem und das ungewöhnliche Spielprinzip, das größtenteils ohne langwieriges Grinden auskommt, dürfte MMORPG-Muffeln gefallen. Auch die ständig wechselnden politischen Verhältnisse in der Karibik sind interessant umgesetzt. Jede Fraktion hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, und zumindest in der Beta-Version war das Verhältnis der einzelnen Länder und Piraten auch recht ausgeglichen. Auch die Seeschlachten sind äußerst spannend umgesetzt, zumal ein großes Schiff nicht unbedingt den Sieg bedeutet. Stellenweise wirkt die hohe See allerdings ein wenig leer, auch wenn das Spiel versucht, dem mit zufälligen NPC-Begegnungen vorzubeugen. Grafisch ist "PotBS" besserer Durchschnitt. Häfen und Meere sind schön umgesetzt, dafür wirken die Charaktere und deren Bewegungen ein wenig hölzern. Ein wenig Atmosphäre geht durch die vielen instanzierten Gebiete allerdings verloren, so sieht man in den Häfen nicht, wenn Schiffe ein- oder auslaufen. "Pirates of the Burning Sea" gelingt es gut, die Atmosphäre des frühen 18. Jahrhunderts einzufangen und ist für alle eine Überlegung wert, die sich gerne abseits von Elfen und Orks an ein Online-RPG versuchen wollen.
Ingo Notthoff |