I am Turok, hear me roar! |
Spielerisch bietet "Turok" sehr solide Egoshooter-Kost. Je nach verwendeter Waffe steht es dem Spieler frei, ob er sich schleichend durch die (größtenteils sehr linearen) Level kämpfen oder mit der klassischen Rambo-Taktik vorgehen soll. Die KI der Söldner ist dabei ein zweischneidiges Schwert: Einerseits verschanzen sich die Gegner effektiv hinter Hindernissen, andererseits wirken ihre Angriffe zuweilen kopflos. Nett ist die Möglichkeit, Dinos und menschliche Gegner gegeneinander auszuspielen, allerdings machen auch hier kleine KI-Bugs das Leben schwer. Die Konfrontationen mit den Dinosauriern sind toll umgesetzt und gehören zu den intensivsten Momenten in "Turok". Wenn man einen riesigen Tyrannosaurus zur Strecke gebracht hat, kommen die Urinstinkte des Jägers in Wallung. Leider sind die flinken Raptoren etwas zu gefährlich, was für einige Frustmomente sorgen kann. Grafisch macht "Turok" ebenfalls einen soliden Eindruck. Die Unreal Engine 3 sorgt vor allem für toll animierte Gegnermodelle, dafür sind die Dschungel- und Innenlevel eher unspektakulär - von der optischen Brillanz eines "Crysis" ist "Turok" trotz NextGen-Konsolen meilenweit entfernt.
Computer-Nachrichten.de MeinungPropaganda Games ist es gelungen, dem altbackenen Saurierjäger ein überaus brauchbares Comeback zu verschaffen. Das Gameplay wirkt deutlich runder als bei den verkorksten späteren Ausgaben der Reihe. So ganz uneingeschränkt will der Funke aber nicht überspringen: Die KI neigt zu Aussetzern, das Leveldesign ist altmodisch und die Story gewinnt auch nicht eben einen Kreativitätspreis. Auch ist die Steuerung nicht immer uneingeschränkt präzise. In Zeiten von "Call of Duty 4" und anderen Shooter-Schwergewichten wird "Turok" also einen schweren Stand haben. Fans der Reihe und alle, die gerne einmal in modernem Gewand auf die Jagd nach gefräßigen Dinosauriern gehen möchten, sei ein Probespiel dennoch ans Herz gelegt.
Ingo Notthoff |