Auf der Suche nach der Abwechslung |
Das Gameplay des neuen "Kingdom under Fire" erinnert stark an Genreklassiker wie "Baldur's Gate: Dark Alliance". Man schnetzelt sich durch zufallsgenerierte, lineare Level und bekämpft dabei gigantische Gegnerhorden. Die Kämpfe lassen dabei jeglichen taktischen Tiefgang vermissen, auch wenn die Charaktere über ein recht umfangreiches Repertoire an Angriffen besitzen. In der Regel reicht es, möglichst schnell auf den Angriffsknöpfen herumzuhacken... Immerhin verfügen die Charaktere über einen Ausdauerwert, der sich bei zu hektischer Kampfweise leert. Allerdings ist die vermeintliche strategische Komponente früh im Spiel eher lästig und lässt sich später durch entsprechende Ausrüstung ausmerzen. Davon ist übrigens reichlich im Spiel vorhanden, ähnlich wie von den Gegnern. Allerdings lassen weder die Items noch die Feinde den Eindruck von großer Abwechslung aufkommen. Da nützt es auch nichts, dass überflüssige Ausrüstung beim Händler zu neuen Gegenständen zusammengeschmolzen kann, was eher einem Glücksspiel als strategischer Planung gleichkommt. Auch die sporadisch auftretenden Endgegner lassen nur wenig Freude aufkommen. Zwar sind die Obermotze schön designt, allerdings sind die Schlachten eher langwierig als unterhaltsam. Überhaupt ist die Grafik die wohl größte Stärke von "Kingdom under Fire: Circle of Doom". Die Levels sind optisch abwechslungsreich und auch die Charaktermodelle überzugen. Das Gegnerdesign ist zuweilen äußerst kreativ, wenn die enormen Feindesmassen auch von Klonen nur so wimmeln.
Computer-Nachrichten.de MeinungMittelmaß, dein Name ist "Circle of Doom". Es ist immer ein mutiger Schritt, sich von erfolgreichen Spielkonzepten zu verabschieden, aber im Falle von "Kingdom under Fire" hat sich Blueside verhoben. Wenn die Koreaner schon die Echtzeitstrategie aus dem Spiel schmeißen, sollten sie den Action-RPG-Part wenigstens motivierend genug gestallten, um den Spieler bei der langen Kampagne bei der Stange zu halten. Leider klappt das nur äußerst bedingt, zu schnell versinkt das Gameplay von "KuF" in Routinearbeit. Der einzige echte Lichtblick ist die Möglichkeit, per Xbox Live mit bis zu vier Spielern in die Schlacht zu ziehen. Dann macht das Spiel tatsächlich Laune, während es sonst zu einem allenfalls durchschnittlichen Hack'n'Slash-RPG verkommt.
Ingo Notthoff |