An den Hörnern herbeigezogen...Das Studio Creative Assembly ist bekannt für die genialen "Total War"-Spiele - und diese wiederum für ihren hohen Grad an historischer Genauigkeit. Da wirkt es befremdlich, wenn im neuesten Titel der Briten perfekt-gestählte Wikinger-Hünen an der Seite von Drachen und Trollen gegen die Heerscharen der Unterweltgöttin Hel kämpfen. Wenn jene Wikinger dann auch noch die klischeebehafteten Hörnerhelme tragen, die unzweifelhaft nie zur Ausrüstung der Nordmänner gehörten, wird schnell klar, dass es "Viking: Battle for Asgard" mit der akkuraten Geschichtswiedergabe nicht allzu ernst nimmt. In der Praxis ist das aber gar nicht so schlimm, denn der brachiale Actiontitel will keine historische Abhandlung sein, sondern eher die intensiven Kämpfe eines "God of War" mit aufwändigen Massenschlachten und einer offene Spielwelt verbinden, um dem Hack'n'Slash-Genre neue Impulse zu geben. "Viking" kommt am 28. März in den Handel.
Göttlicher Zickenkrieg |
Der Spieler übernimmt die Rolle von Skarin, einem Krieger, wie er "Conan"-hafter kaum sein könnte. Bewaffnet mit Schwert und Breitaxt zieht der Hüne für die Fruchtbarkeitsgöttin Freya in den Krieg. Die hat sich nämlich mit der bösen Göttin Hel verkracht, welche die Länder Midgards mit Angst und Schrecken überzieht und mit ihren untoten Horden für Ärger sorgt. Mit dem Beistand von Freya gilt es für Skarin zunächst, einige Lager der Bösewichte zu infiltrieren und die darin gefangen gehaltenen Wikinger-Kollegen zu befreien. Anfangs ist diese Aufgabe noch einfach, doch im späteren Spielverlauf ist es zuweilen nötig, die Vorposten auszukundschaften und sich vorsichtig hinter die feindlichen Reihen zu schleichen. "Viking" erhält so einen leicht taktischen Aspekt, der durch die großen, offenen Level noch unterstrichen wird. Zudem sind viele Aufgaben keine Pflicht, erleichtern aber die Kämpfe. Wer zum Beispiel einen Umweg macht, um einige Juwelen aus einer Höhle zu bergen, kann später im Kampf einen mächtigen Drachen als Schützenhilfe beschwören. Leider werden die strategischen Ansätze nicht auf die abschließenden Gemetzel übertragen. Dann ziehen die vorher befreiten Krieger an der Seite von Skarin gegen die Horden des Bösen in die Schlacht, was zwar beeindruckend ist, spielerisch dafür eher mau daherkommt. Denn eine Möglichkeit, die Armeen zu steuern, fehlt ebenso wenig wie ein "echtes" Gefühl dafür, dass mehr befreite Wikinger auch in größeren Erfolgschancen resultieren - das machen die "Dynasty Warriors"-Spiele deutlich
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