Blutige Schlachtplatte |
In seinem Kern ist und bleibt "Viking" aber ein klassisches Hack'n'Slash. Und gerade das Hacken ist wörtlich gemeint, denn wenn Skarin sich durch Hels Zombiehorden schnetzelt, fliegen Gliedmaßen und Gedärme auf den Bildschirm, das Kriegsgott Kratos im Vergleich wie ein handzahmer Geselle wirkt. Die Inszenierung von "Viking" ist äußerst brachial und dürfte hierzulande auf wenig Gegenliebe bei den Zensoren stoßen. Spielerisch wirkt der Titel hingegen etwas altbacken. Zwar lassen sich Skarins Angriffe im Tausch gegen unterwegs gefundene Goldstücke nach und nach ausbessern, dennoch erreichen die Kämpfe nicht ganz die spielerische Klasse des Konkurrenten. Aprospos: Wie bei Sonys Vorzeige-Metzler werden besonders dicke Gegnerbrocken auch in "Viking" mit gut getimeten und schön inszenierten Button-Kombinationen erledigt. Auch wenn sich die Kämpfe mit der Zeit wiederholen, liegt hat Creative Assembly eindeutig einen der besseren Vertreter der Gattung Hack'n'Slay auf die Beine gestellt. Grafisch wirkt "Battle for Asgard" dabei nicht ganz aus einem Guss. Einerseits sind die Landschaften atmosphärisch gestaltet und auch die Charaktere und Monster wirken in sich stimmig. Allerdings kommen die Schlachten gerade bei Aufmärschen von großen Armeen sehr oft ins Stocken, zudem fallen die - bei der Masse an Figuren wohl nicht vermdeidbaren - "Klone" in den Schlachtreihen negativ auf. Äußerst durchwachsen ist die musikalische Untermalung ausgefallen. Zwar passen die pathosbeladenen Orchesterstücke ebenso zur Atmosphäre wie die leicht überzogene Sprachausgabe, dafür wirken die Ausflüge in die Wildniss von Midgar oft leblos, weil die Boxen dann einfach schweigen.
Computer-Nachrichten.de Meinung |
Man merkt "Viking: Battle for Asgard" die Verwandschaft zum 2005 ebenfalls von Creative Assembly entwickelten "Spartan" deutlich an: Hier erwartet den geneigten Spieler ein extrem blutiges Action-Spektakel mit reichlich Klischees und Archetypen. Die lieblose Story wird dem Titel dabei fast zum Verhängnis, denn aus dem düsteren Szenario hätte man erzähltechnisch deutlich mehr herausholen - die blassen Figuren lassen die Geschichte von "Viking" schnell zur Nebensache werden. Dafür entschädigen aber die für ein Hack'n'Slay ungewöhnlichen Neuerungen, denn eine nichtlineare Herangehensweise an die Metzelorgien ist im Genre selten. Dann wiederum wirken die Kämpfe gegen die riesigen Horden manchmal ein wenig zu langatmig, und selbst der größte Splatter-Freund wird sich irgendwann an der ultrabrutalen Präsentation satt gesehen haben. Genre-Fans können "Viking" definitiv eine Chance geben, auch wenn die Entwickler durch einige Design-Schnitzer einiges Potenzial verschenkt haben - etwa durch den kompletten Verzicht auf einen Multiplayer-Modus!
Ingo Notthoff |