Ein Schritt in Richtung Perfektion |
Ganz anders sieht es freilich in Sachen Fahrverhalten auf. "Gran Turismo" galt schon immer als Maßstab für die überzeugende Simulation von echten Rennautos, und im fünften Teil scheinen die Entwickler nochmals einen draufzulegen. Jedes Auto fährt sich individuell, und auch wenn man selbst noch nie am Steuer eines Ferrari F340 gesessen hat darf man davon ausgehen, dass er sich so fährt, wie "GT5P" ihn nachbildet. Das akkurate Fahrverhalten wird besonders in den Drift-Strecken deutlich, die vom Spieler viel Feingefühl beim Bremsen und Gasgeben abverlangen, als jedes Konkurrenzspiel. Wer es nicht ganz so realistisch haben möchte, fährt im Arcade-Modus oder schaltet eine der gelungenen Fahrhilfen ein. Etwa enttäuschend ist der Online-Modus, der kaum Optionen bietet. Mehr, als auf einem Server gegen zufällig ausgewählte Konkurrenten zu fahren, ist momentan nicht drin, im Vergleich zu Online-Schwergewichten wie "Burnout Paradise" oder dem Xbox 360-Konkurrenten "Forza Motorsport 2" ist das enttäuschend. Ganz anders die Grafik: Man lehnt sich nicht weit aus dem Fenster wernn man behauptet, dass "GT5P" das schönste Rennspiel aller Zeiten ist. Die Autos bestehen aus über 200.000 Polygonen und bieten einen nie gesehenen Detailgrad. Das gilt besonders für die neue Cockpit-Perspektive, die erstmals auch das perfekt ausgearbeitete Innenleben der Boliden zeigt, samt perfekt animierten Fahrer. Wenn sie in absolut flüssigen 60 Bildern pro Sekunde bei FullHD-Auflösung über die Strecken brettern, sind heruntergeklappte Kinnladen vorprogrammiert - "GT5P" ist ein großer Schritt hin zur grafischen Perfektion. Auch der Motorensound überzeugt voll und ganz, nur die Dudelmusik in den Menüs nervt nach einer Weile - aber das ist zu verschmerzen.
Computer-Nachrichten.de Meinung |
Ohje, was soll man von "Gran Turismo 5 Prologue" halten? Einerseits ist das Spiel eine beeindruckende Demonstration dessen, was auf der PS3 wirklich möglich ist. Das Spiel ist technische schlichtweg brillant, und auch die Umsetzung der Fahreigenschaften ist bravorös gelungen. Auf der anderen Seite bleibt ein fader Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass "Prologue" eigentlich nur ein Bruchteil des fertigen "Gran Turismo 5" enthält. Zwar ist der Fuhrpark bereits beeindruckend, im Vergleich zu den vermutlich über 900 Fahrzeugen im finalen Spiel aber fast schon lächerlich klein. Gleiches gilt für die sechs Strecken (zwölf, wenn man den Spiegel-Verkehr dazu nimmt) , und auch der Online-Modus bedarf noch einiger Überarbeitung. Auch das nach wie vor fehldende Schadensmodell (was wohl auch im Endprodukt nicht enthalten sein wird) mildert den sonst hervorragenden spielerischen Eindruck von "GT5P". Dennoch bietet der Prolog zum Super-Rennspiel eine Menge Content, um Genrefans lange bei Laune zu halten. Und gerade in Anbetracht des Mangels an wirklich guten PS3-Rennspielen sind die knapp 40 Euro für "GT5P" eine gute Investition für alle, die es nicht mehr bis zum nächsten Jahre aushalten.
Ingo Notthoff |