Willkommen zurück in Liberty City |
Wenn Niko Bellic zu Beginn von "Grand Theft Auto IV" in Liberty City ankommt, um in Amerika einen Neubeginn zu wagen, sind nicht nur die Erwartungen des Protagonisten extrem hoch. Nein, auch die Spielewelt hält den Atem an: Haben es die Jungs und Mädels von Rockstar geschafft, den enorm hohen Erwartungen an den neuen Blockbuster zu erfüllen, oder wird "GTA 4" am Ende doch zum Opfer des Hypes? Schon wenige Stunden später steht die Antwort fest: Während Nico schnell in den serientypischen Sumpf aus Kriminalität und Gewalt abrutscht, erreicht die Motivation des Spielers schnell ungeahnte Höhen. Ja, "GTA 4" hat alles, was seine Vorgänger zu den beliebtesten Spielen überhaupt gemacht hat, und setzt in allen Belangen einen drauf. Das Gameplay ist noch abwechslungsreicher, die Präsentation ist Next-Gen-Konsolen absolut würdig, die Story wirkt reifer als in den Vorgängern und endlich darf man auch im Multiplayer-Modus die offene Spielwelt jagen. Dazu kommt die gewohnte Detailverliebtheit, die Rockstar-Spiele seit jeher von der Konkurrenz abhebt. "GTA 4" ist seit dem 29. April für Xbox 360 und PS3 erhältlich, die Ankündigung einer PC-Umsetzung steht noch aus, wird aber erwartet.
American Dream - oder auch nicht |
Von seinem Cousin Roman wird Niko mit Versprechen von Reichtum und Wohlstand aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Serbien nach Liberty City (der "GTA"-Version von New York) gelockt. Leider verschweigt Roman, dass er bis zum Hals in Spielschulden steckt und Ärger mit diversen Gangstern hat. Schnell wird Niko in die Konflikte eingebunden und muss schon bald Aufträge für zwielichtige Gestalten erledigen, die wie in den Vorgängern meist mit dem Ausschalten von Gegnern zu tun haben. Allerdings ist Niko nicht der supercoole Typ, wie seine Vorgänger aus früheren "GTAs", sondern eher ein sympathischer Verlierer. Die Story von "GTA 4" wird in gewohnt hervorragend inszenierten Zwischensequenzen erzählt und beweist einmal mehr die Fähigkeit der Entwickler, eine hollywoodreife Geschichte zu erzählen. Wie gewohnt ist das Gameplay offen. Ob man der Hauptstory folgt oder den zahlreichen Nebenbeschäftigungen nachgeht, die Liberty City bietet, steht dem Spieler frei. Ablenkung bietet die genial in Szene gesetzte Metropole wahrhaft genug. Man kann Billard spielen, sich mit anderen Figuren anfreunden (was unterschiedliche Vorteile mit sich bringt), durch das umfangreiche Ingame-Internet surfen (vollgestopft mit Webseiten-Parodien, aber auch nützlichen Infos) oder einfach mit einem der zahlreichen fahrbaren Untersätze durch die Stadt düsen, was aufgrund der deutlich realistischeren Fahrphysik noch mehr Spaß als in den Vorgängern macht.
|