Mit Arnies Erben gegen World of Warcraft |
Auch vier Jahre nach seinem Erscheinen ist "World of Warcraft" das Maß aller Dinge in der Welt der Online-Rollenspiele - obwohl immer wieder Herausforderer auf den Plan treten, um am Thron von Blizzards Genreprimus zu sägen. Meistens scheitern diese entweder an zu großen Ambitionen (etwa "Vanguard") oder werden trotz Riesenbudgets nicht zur Dauer-Alternative (wie "Herr der Ringe Online"). Nun startet Funcom mit "Age of Conan: Hyborian Adventures" einen neuen Angriff auf die Online-RPG-Krone. Wie "HdRO" setzt das Spiel auf eine dicke Lizenz, namentlich die Conan-Mythologie von Fantasy-Autor Robert E. Howard. Die hat bereits über 70 Jahre und unzählige Romane auf den Buckel, am bekanntesten dürfen aber die beiden Conan-Filme mit "Governator" Arnold Schwarzengger sein. Und "Age of Conan" setzt die Vorlage äußerst detailgetreu um. Das Spiel handelt in Hyboria, einem rauen Land in düsterer Vorzeit, in dem Barbaren, alte Götter und Magie den Ton angeben. Mit Knuddel-Fantasy im Stil von "World of Warcraft" hat "Age of Conan" nicht viel zu tun. Entwickler Funcom hat bewusst ein Spiel geschaffen, dass sich primär an erwachsene RPG-Fans richtet - es geht, brutal und wild zu in der Welt von "Conan".Aber auch spielerisch hat "AoC" das Zeug dazu, einigen frischen Wind in die Welt der Online-RPGs zu bringen, sei es, durch das actionreiche Kampfsystem oder die gelungene Verknüpfung von Solo- und Multiplayer-Spiel.
Online ohne Gruppenzwang |
Schon bei der Charakterentwicklung geht Funcom eigene Wege. Der Spieler entscheidet sich zunächst für eine eine von drei Rassen, danach beginnt seine Reise auf einem Sklavenschiff. In der Stadt Tortage wird man Stück für Stück ins Spielprinzip eingeführt und sammelt erste Erfahrung mit Aufträgen und Kämpfen. Erst mit Level 5 entscheidet man sich für eine von vier RPG-typischen Klassen wie Krieger, Magier, Priester oder Schurke. Das Besondere an dieser Phase des Spiels: Im Gegensatz zur Konkurrent erzählt "Age of Conan" in Tortage eine ausführliche Story, die sich um den Charakter dreht, und spielt sich trotz Online-Umgebung wie ein Singleplayer-Rollenspiel. Das schafft eine enorm hohe Identifikation mit dem eigenen Charakter. Erst ab Level 20 verlässt man das Startgebiet jeweils in Richtung der eigenen Nation. Damit einher geht die Spezialisierung des Charakters auf eine von zwölf Klassen, die vom klassischen Barbaren über den hinterlistigen Meuchelmörder bis hin zum mächtigen Zauberer reicht. Erst hier entwickelt sich "AoC" zu einem klassischen Genrevertreter, in dem das Zussamenspiel mit anderen essientiell für das Vorankommen ist. Dennoch will Funcom für Solisten den Zugang zu "High Level Content" ermöglichen, um "AoC" vom typischen Online-Gruppenzwang zu befreien.
|