In Rente mit dem vierten MalWas haben John McLane, Indiana Jones, John Rambo und Solid Snake gemeinsam? Sie alle sind Actionhelden. Und sie alle widersetzen sich dem althergebrachten Gesetz der Trilogie, um stattdessen in ihren vierten Abenteuer vom harten Heldendasein Abschied zu nehmen. Wer nun der Meinung ist, dass man "Metal Gear Solid" nicht mit Kino-Blockbustern vergleichen sollte, der kennt die Arbeit von Hideo Kojima nicht. Der Kultproduzent inszeniert im lange erwarteten "Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots" einen Actionthriller, wie ihn die Playstation 3 noch nicht gesehen hat. Das Spiel strotzt nur so vor brillanten Einfällen, bombastischen Actionsequenzen und abgedrehten Storywendungen, dass so mancher Hollywood-Blockbuster neidisch werden könnte. Und zwischendurch serviert Kojima einen der besten Schleich-Shooter seit langem. Das Finale der Saga um Solid Snake erscheint am 12. Juni in Deutschland.
Alt, aber noch nicht am Ende |
Protagonist Solid Snake ist im vierten Teil der Reihe sichtbar gebeutelt. Vom Alter, vom Krieg und vor allem von der Krankheit, die er seit dem ersten Teil der Reihe mit sich herumschleppt. Nichtsdestotrotz muss der Veteran noch ein letztes Mal ran, um die Welt vom Bösen zu retten. Die ist im Jahr 2014 nämlich nahezu fest in der Hand von brutalen Privatarmeen, den so genannten PMCs, die ganze Staaten beherrschen. Zu allem Überfluss stehen die größten dieser PMCs auch noch unter der Kontrolle von Snakes Erzfeind Liquid Ocelot, der die Welt unterjochen will. Nicht nur deshalb muss sich der alternde Krieger noch einmal in den Kampf stürzen, der ihn neben jeder Menge PMC-Söldnern vor allem mit den Frauen der "Beauty and the Beast"-Einheit. Diese vier Furien fungieren als Zwischengegner und sind dabei ebenso charismatisch wie gefährlich. Die Story entfaltet sich anfangs langsam, doch ist sie erstmal im Gang, überrollt sie den Spieler wie eine emotionale Lawine. Kojima hat nicht nur ein brillantes Skript umgesetzt, sondern beantwortet zum Abschluss der Serie alle Fragen, die die Vorgänger offen gelassen haben - meisterhaft! Der einzige Nachteil: Neueinsteiger wird der äußerst komplexe Plot mit seinen unzähligen Charakteren überfordern, was in Anbetracht seiner großen Rolle im Spiel natürlich problematisch ist.
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