Kaum Olympia-FlairDas Stichwort "dröge" lässt sich leider auch auf den Großteil der Präsentation von "Beijing 2008" übertragen. Die Animationen der Athleten wirken hölzern, außerdem haben es die Entwickler versäumt, den typisch olympischen Sport-Pathos einzufangen. Die Kamerafahrt über das Olympiastadion ist zwar ganz nett, den Fähigkeiten aktueller Konsolen wird die Präsentation allerdings nicht gerecht - wie man Großereignisse deutlich besser inszeniert, macht die Konkurrenz von EA Sports seit Jahren vor. Ein weiteres Manko ist der unausgegorene Schwierigkeitsgrad des Spiels. In manchen Disziplinen räumt man nach kurzer Übung Gold ab, während die Konkurrenten in anderen Wettbewerben trotz langem Üben nahezu unbesiegbar erscheinen. Nicht zuletzt deshalb entfaltet "Beijing 2008" sein größtes Spielspaßpotenzial eigentlich erst im Mehrspielermodus. Ob im Internet oder vor dem heimischen Fernseher, mit Freunden macht die Medaillenjagd zumindest kurzfristig enorm Laune.
Computer-Nachrichten.de MeinungÜber die olympischen Spiele in China wurde viel diskutiert, das Spiel dazu wird für wenig Gesprächsstoff sorgen. Zwar hat "Beijing 2008" einige gute Ansätze und überzeugt vor allem durch die Vielzahl an simulierten Disziplinen, dafür mangelt es dem Titel an allen Ecken und Enden an Feinschliff. Das fängt beim halbherzigen Karrieremodus an, geht beim unausgewogenen Schwierigkeitsgrad weiter und gipfelt in der teilweise fingerebrecherischen Steuerung. Wer allerdings mit dieser Art von Spielen groß geworden ist, seine Gamepads nicht sonderlich schätzt und nochmals in Erinnerungen an die gute, alte Joystick-Rüttelzeit schwelgen möchte, kann zumindest eine Proberunde in Beijing drehen. Zumindest im Mehrspielermodus kann die virtuelle Olympiade kurzfrisitg überzeugen - und am 8. August geht es dann ja auch schon mit der echten Variante los!
Ingo Notthoff |