Routinierte Fortsetzung |
Das grundlegende Spielprinzip hat sich dabei im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert. In bester Point'n'Click-Manier löst man kleine und große Probleme, kombiniert dabei Gegenstände und führt hervorragend vertonte Multiple-Choice-Gespräche mit den diversen Charakteren. Die sind gewohnt vielschichtig und farbenfroh, vom nervigen Pauschaltouristen bis zum ruchlosen Sektenanführer reicht die Palette an illustren Persönlichkeiten. Trotz der insgesamt ernsten Erzählweise haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen, "Geheimakte 2" mit einer guten Priese Humor zu würzen, etwa, wenn Nina Anspielungen auf Adventure-Kollegen macht. Das Rätseldesign ist wieder einmal gelungen, fast immer kommt man mit logischen Denken weiter. Hilfreich ist dabei die aus dem ersten Teil bekannte Funktion, interaktive Punkte auf dem Bildschirm durch eine Lupe anzuzeigen - das erspart das lästige Absuchen mit der Maus. Grafisch wirkt "Geheimakte 2" wie eine modernisierte Version von "Tunguska". Die Hintergründe und Charaktere sind insgesamt sehr realistisch und überzeugend dargestellt, einzig die Zwischensequenzen wirken etwas veraltet. Umso besser ist der Sound: Neben den perfekt gecasteten Synchronsprechern überzeugt auch der Soundtrack auf der ganzen Linie.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Geheimakte Tunguska" gehörte zu den besten Adventures 2006 und die Fortsetzung knüpft direkt an die Qualitäten des Erstlings an. Mit wohl durchdachten Rätseln, einer nahezu perfekten technischen Umsetzung, toller Mystery-Story und viel Charme wird "Puritas Cordis" Genrefans sicherlich nicht enttäuschen. Die wenigen Schwächen beschränken sich auf einige Stellen, an denen man nur durch Ausprobieren weiterkommt, und die im Vergleich zur Spielgrafik leicht abfallenden Zwischensequenzen. Zudem dürften sich Adventure-Profis vielleicht ein wenig unterfordert fühlen, wenn der Schwierigkeitsgrad auch in der zweiten Spielhälfte spürbar anzieht. Insgesamt ist "Geheimakte 2" aber ein mehr als würdiger Nachfolger und dürfte Adventure-Fans viel Freude bereiten.
Ingo Notthoff |