Bethesda und die großen Fußstapfen |
Wer die Aufgabe übernimmt, eines der beliebtesten Spiele der letzten Jahrzehnte fortzusetzen, so muss ein dickes Fell besitzen - erst Recht, wenn dabei ein "klassisches" 2D-Rollenspiel in ein modernes 3D-Szenario verlegt wird. Entsprechend gemischt waren die Reaktionen, als vor etwas mehr als vier Jahren bekannt wurde, dass die "Elder Scrolls"-Macher Bethesda am dritten Teil des Endzeit-Rollenspiels "Fallout" arbeitet: Während die Freude beim großen Teil der Fanbasis groß war, fürchteten sich viele auch davor, dass "Fallout 3" nicht die Klasse der von Interplay entwickelten Vorgänger erreicht. Die gelten einerseits wegen ihres düster-zynischen postnuklearen Szenarios, andererseits wegen der großen spielerischen Freiheit als Meilensteine der RPG-Geschichte. Mittlerweile ist klar, dass Bethesda es geschafft hat, die großen Fußstapfen auszufüllen: "Fallout 3" ist ein meisterhaftes Endzeit-RPG, das seinen Vorgängern absolut gerecht wird! Das Spiel ist seit dem 30. Oktober 2008 für PC, PS3 und Xbox 360 zu haben.
Flucht nach vorn |
In "Fallout 3" schlüpft der Spieler in die Rolle eines unfreiwilligen Helden, der sich in einem vom Atomkrieg zerstörten Amerika der Zukunft auf die Suche nach seinem Vater macht. Der ist nämlich aus den vermeintlich sicheren Vault 101, einem abgeschotteten Bunker, geflohen. Über die Gründe dafür lässt einem das Spiel anfangs im Unklaren. Nur soviel sei verraten: Obwohl "Fallout 3" eine erfreulich große und offene Spielwelt bietet, verliert man die äußerst spannende Hauptstory zu keinem Zeitpunkt aus den Augen. Nach dem witzigen Tutorial, in dem der Spieler diverse Abschnitte der Jugend des Protagonisten nachspielt und dabei gleichzeitig dessen Fähigkeiten festlegt, geht es nach "draußen" - und das ist alles andere als schön! "Fallout 3" konfrontiert den Spieler mit einer düsteren, zerstörten Welt, voller obskurer Gestalten und gefährlichen Mutanten - selbst "S.T.A.L.K.E.R." kann dem Bethesda-Werk in Sachen Endzeit-Atmosphäre nicht das Wasser reichen. Trotz der Untergangsstimmung haben es die Entwickler verstanden, den zynisch-sarkastischen Unterton der Vorgänger einzufangen, sodass man immer wieder schmunzeln muss.
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