RPG-Knüller mit VerspätungAuf der Xbox 360 war "Mass Effect" im vergangenen Jahr eines der erfolgreichsten Spiele und gilt als eines der besten Rollenspiele überhaupt. Mit über einem halben Jahr Verspätung kommen nun endlich auch PC-Spieler in den Genuss von Biowares Science Fiction-Meilenstein. Wie schon bei "Jade Effect" haben sich die Entwickler dabei nicht auf eine Eins-zu-Eins-Konvertierung beschränkt. Stattdessen wurde "Mass Effect" im Vergleich zur Xbox 360-Fassung in einigen Punkten aufgebohrt, etwa der verbesserten Grafik, einer cleverer agierenden KI und vor allem eine Steuerung, die perfekt an Maus und Tastatur angepasst ist. Die PC-Version des Rollenspiel-Knüllers erscheint am 6. Juni in Deutschland.
Meisterhafte Story |
"Mass Effect" spielt im 22. Jahrhundert und versetzt den Spieler in die Rolle des (wahlweise weiblichen oder männlichen) Colonel Shephard. Bevor es losgeht, steht die obligatorische Charaktererschaffung an, bei der nicht nur die Charakterklasse des Heldens bestimmt wird, sondern auch eine von drei möglichen Vorgeschichten ausgesucht werden darf. Das ist nicht nur Zierde, sondern wirkt sich auch auf den Verlauf der Handlung aus. In der muss Shephard dem Verräter Saren das Handwerk legen, der zusammen mit einer uralten, maschinenhaften Alienrasse das Universum unterjochen will. Was sich zunächst nach Standardkost anhört, entwickelt sich schnell zu einer der ausgeklügeltsten und hintergründigsten Geschichten, die je in einem Videospiel erzählt worden. Die Spielwelt von "Mass Effect" mit all ihren Figuren, Planeten und Alienrassen ist brillant ausgearbeitet und wirkt unglaublich lebendig. Wie in "Knights of the Old Republic" muss man auch in "Mass Effect" laufend moralische Entscheidungen treffen, die sich auf das Spielgeschehen auswirken. Anders als im geistigen Vorgänger ist das System hier aber deutlich vielfältiger und unterscheidet nicht nur zwischen Schwarz und Weiß. Nicht selten erwischt man sich dabei, eine Entscheidung im Spiel ähnlich intensiv zu auszuloten, wie man es im echten Leben auch tun würde - wenige Spiele bieten soviel Identifikation mit den Charakteren wie das neueste Werk von Bioware.
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