Mit Lichtschwert und Wrestling |
Die zehn Hauptlevel von "No More Heroes" spielen sich wie klassische Beat'em'Ups im Stil von "Final Fight". Travis metzelt sich durch die Gegnerhorden, wobei er neben dem Laserschwert auch diverse Wrestling-Moves einsetzt. Das Kampfsystem nutzt dabei extensiv die Steuerung der Wii: Normale Attacken erfordern einen einfachen Knopfdruck, wobei die Haltung von Wii-mote und Nunchuk-Controller die Angriffshöhe bestimmen. Um Gegner zur Strecke zu bringen, muss man hingegen bestimmte Bewegungen ausführen, die hervorragend in das actionreiche Gameplay integriert sind und die Kämpfe von "No More Heroes" zu einem Riesenspaß machen. Das gilt besonders für die Boss-Killer selbst. Die sind nicht nur äußerst illustre Erscheinungen mit Namen wie "Death Metal" oder "Destroyman", sondern erfordern auch jeweils eigene Taktiken. Und zu alldem kommt die absolut brillante Inszenierung von "No More Heroes". Der Grafikstil mit seinem animelastigen Cel-Shading-Look ist gleichzeitig minimalistisch wie unglaublich stylish. Die Kämpfe sind hervorragend animiert und die skurrilen Charaktere passen sich perfekt in die schräge Spielwelt von Santa Destroy ein - der ungewöhnliche Look des Spiels lässt es verschmerzen, dass die Level und speziell die Stadt etwas karg gestaltet sind. Ebenfalls gelungen ist der Soundtrack und die Dialoge des Spiels.
Computer-Nachrichten.de Meinung |
Es war ein mutiger Schritt von Grasshopper, ihren neusten Streich exklusiv für die Wii herauszubringen, eine Konsole, die trotz ihrer Erfolge eher den Ruf einer "Familienkiste" hat. Und genau dieses Klischee bricht "No More Heroes". Das Spiel zelebriert überzogene Comic-Gewalt (auch wenn hierzulande im Gegensatz zur US-Version auf "Kill Bill"-artige Blutfontänen verzichtet wird) , strotzt nur so vor bizarren Einfällen und klischeehaften Charakteren und bricht am laufenden Band mit Videospiel-Konventionen. Selten war ein Spiel so stilvoll, so "anders" und doch so unterhaltsam. Um es klar zu stellen: "No More Heroes" ist wie sein geistiger Vorgänger "Killer7" alles andere als ein Spiel für die Massen. Es ist eher einer dieser Titel, den man entweder liebt oder hasst, viel Platz dazwischen gibt es nicht. Wenn man sich aber auf den abgedrehten Genre-Mix einlässt, bietet "No More Heroes" zehn bis 15 Spielstunden, die man so schnell nicht vergisst. Auch wenn die Parts zwischen den Hauptmissionen spätestens nach dem dritten Killerduell ein wenig öde werden, locken die tollen Kämpfe und der abgedrehte Stil immer wieder vor die Wii. "No More Heroes" ist ein Spiel für alle, die Stil und cooles Gameplay höher einschätzen als perfektes Spieldesign.
Ingo Notthoff |