Rückkehr des Geologen |
Ebenfalls neu im Spiel ist der Handelsposten, der den Austausch von Handelsgütern zwischen verschiedenen Siedlungen ermöglicht, was in erster Linie den Spielkomfort erhöht. Strategisch wichtiger ist da schon der Geologe. Der Forscher, den Fans der Reihe schon aus früheren Teilen kennen, dient diesmal allerdings nicht dafür, neue Quellen zu entdecken. Stattdessen füllt er gegen einen erheblichen Geldbetrag versiegte Mienen oder auch Brunnen wieder auf, wobei letztere gerade in der Trockenzeit von essenzieller Bedeutung sind. Davon abgesehen sind die Neuerungen in "Reich des Ostens" eher spärlich gesät - nicht umsonst sprechen die Entwickler von Blue Byte auch nicht von einem Add-on, sondern "nur" einer Missions-Disk. Neben der Kampagne finden sich immerhin noch 15 neue Solo- und Multiplayer-Karten im Paket. Und da natürlich noch das neue Grafiksetting, was überaus gelungen ist. Die indischen Gebiete sind toll gezeichnet, die grafische Gestaltung der Gebäude und Einheiten schön an die fernöstliche Umgebung angepasst. Vor allem die vielen kleinen Details wie die toll animierte Tierwelt oder die schön inszenierten Flüsse und Seen sind eine echte Augenweide.
Computer-Nachrichten.de MeinungKeine "echten" neuen Einheiten, keine neuen Gebäude, keine neuen Handelskreisläufe. Auf den ersten Blick mag "Die Siedler 6: Reich des Ostens" eine Enttäuschung für die Fans der Reihe sein. Beim zweiten Hinsehen überzeugt die liebevoll ausgearbeitete Kampagne mit ihrer sympathischen Heldin Saraya gerade die "Siedler"-Spieler, denen die vergangenen Teile zu kriegslastig waren. Auch die Zugabe von Monsun, Handelsposten und dem Geologen geben der ansonsten unveränderten Spielengine des sechsten "Siedlers" einige interessante Impulse. Wer ein vollwertiges Add-on erwartet, sollte die Anschaffung von "Reich des Ostens" vielleicht nochmal überdenken, wem es aber nur um eine Verlängerung des Spielspaßes von "Aufstieg eines Königreichs" geht, der liegt bei der Missions-CD goldrichtig.
Ingo Notthoff |