Hafenbau und packende KampagneIn den militärischen Konflikten schwächelt "Anno 1404" ein wenig. Sind die Seeschlachten noch toll inszeniert, ist der Kampf am Land ein wenig eintönig. Umso gelungener ist die neue Möglichkeit, die Häfen ganz nach eigener Vorliebe auszubauen, was die Individualität der Inseln und die taktischen Möglichkeiten weiter ausbaut. Neben dem Endlosspiel bietet das neue "Anno" auch wieder eine umfangreiche Story-Kampagne. Diese beginnt recht harmlos in der alten Welt, entwickelt sich aber schnell zu einer recht packenden Geschichte, die besonders die Konflikte zwischen Okzident und Orient thematisiert und - im Gegensatz zum Vorgänger - keinen Mangel an interessanten Charakteren bietet. Auch auf der technischen Seite vermag "Anno 1404" zu überzeugen. Die Grafikengine inszeniert beeindruckend Landschaften und Städte und strotzt dabei nur so vor Details. Zusammen mit dem gelungenen Soundtrack fängt das Spiel die orientalische Atmosphäre nahezu perfekt ein.
Computer-Nachrichten.de MeinungRelated Design hat sich viel vorgenommen für "Anno 1404" - und seine Ziele größtenteils erreicht. Das bewährte Spielprinzip wurde sinnvoll erweitert und liefert sowohl Neulingen wie Veteranen genug Handlungsspielraum. Die Karten sind deutlich größer in den Vorgängern und bieten dank unterschiedlichen Spielzielen, neuen Wirtschaftskreisläufen und dem tollen Hafenbau viel Raum zum Taktieren. Auch die Kampagne ist gelungen, wenn die Geschichte auch nicht mit Klischees geizt. Fans von Historien-Dramen dürften auf jeden Fall ihren Gefallen daran finden. Wenn man den Machern eine Sache vorwerfen kann, dann den fehlenden Multiplayer-Modus - aber der kann ja noch kommen (im Gegensatz zu "Anno 1503" versprechen die Entwickler aber nichts). Bis dahin finden Solisten in "Anno 1404" Aufbau-Spaß für Monate!
Ingo Notthoff |