Schergen mit Persönlichkeit |
Die kleinen Gehilfen sind schließlich auch wieder die Stars der neuen "Overlord"-Episode. In jedem Level gibt es Haupt- und Nebenaufgaben (etwa die Eroberung eines Dorfs oder der Kampf gegen einen Yeti, die man durch Einsatz der Schergen-Fähigkeiten lösen muss. Neuerdings darf man den Schergen auch einen Namen geben und, was ein netter Bonus für die Persönlichkeit des Gefolges ist. Spielerisch bedeutender sind die Reittiere, welche die kleinen Fieslinge mit neuen Fähigkeiten oder zusätzlicher Angriffskraft ausstattet. Im Vergleich zum Erstling lassen die Entwickler dem Spieler beim Bewältigen der Missionen deutlich mehr strategische Freiheiten und Möglichkeiten, was das Gameplay abwechslungsreicher macht. Auch verändert sich der Spielverlauf je nachdem, welche (stets bösartigen) Entscheidungen man als "Overlord" fällt: Werden die Dorfbewohner versklavt, gibt es konstanten Geldnachschub, macht man den Ort den Erdboden gleich, winken starke Items. Auch technisch ist "Overlord II" ein Schritt nach vorne: Die großen Level sind optisch liebevoll gestaltet und auch die Animationen sind gelungen.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Overlord" hat das Böse-sein vor zwei Jahren wieder salonfähig gemacht und die Fortsetzung setzt noch einen drauf. Die Triumph Studios haben das Spielkonzept in vielen Punkten sinnvoll verbessert, die Level sind größer und der Ablauf weitaus weniger linear. Zudem kann die augenzwinkernde Story o durchaus überzeugen, was vor allem am deftigen, britischen Humor liegt - für den sollte man nämlich beim Spielen von "Overlord II" sensibilisiert sein. Denn spätestens, wenn sich der böse Zögling an niedlichen Baby-Robben vergeht, wemden sich empfindliche Zeitgenossen ab - dabei ist das Ganze allerdings stets schwarzhumorig und bewusst überzogen dargestellt. Was man den Machern ein wenig vorwerfen kann, ist der Mangel an Innovationen: "Overlord II" bietet zwar einiges Neues, ist aber spielerisch eher Evolution als Revolution. Fans des ersten Teils, denen der Sinn nach einer guten Prise Niedertracht steht, dürfen aber ruhigen Gewissens zuschlagen.
Ingo Notthoff |