Einmal Drache sein |
Bislang war das Jahr 2009 in Sachen Rollenspielen eher dünn besetzt. Doch mit "Divinity 2: Ego Draconis" geht die Flaute endlich zu Ende. Der Titel versetzt den Spieler in die Rolle eines Drachentöters in Ausbildung. Das Besondere: Im Spielverlauf übernimmt der Spieler selbst die Kontrolle über das edle Tier und liefert sich Luftduelle. Mit seinen direkten und indirekten Vorgängern "Divine Divinity" und "Beyond Divinity" hat "Ego Draconis" eher wenig zu tun. Während diese nämlich Monster-Kloppen im "Diablo"-Stil mit dem spielerischen Tiefgang der späteren "Ultimas" mischten, erinnert der neueste Streich der belgischen Larian Studios eher an "Two Worlds" oder die "Gothic"-Reihe. Neben jeder Menge Action und einer anspruchsvollen Charakter-Entwicklung erwartet die Fans viel Fantasy-Pathos, eine offene Spielwelt und unzählige Quests mit unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten. Die PC-Version von "Divinity 2" erscheint am 24. Juli, im September folgt die Umsetzung für die Xbox 360.
Zwischen den Fronten |
"Divinity 2" spielt in der Welt von Rivellon, und die ist alles andere als gemütlich. Schließlich haben Drachen den Helden der Vorgänger ermordet und damit einen Krieg zwischen Menschen und Schuppentieren ausgelöst. Anfangs spielt man einen Drachtentöter, der kurz vor dem Ende seiner Ausbildung steht. Wie es sich aber für ein Rollenspiel gehört, stößt man schnell auf seine wahre Bestimmung, die darin besteht... die Welt zu retten. Denn nach einigen Spielstunden stellt sich heraus, dass das Schicksal des Heldens mit dem der Drachen verbunden ist, wodurch der Protagonist auch die Möglichkeit erwirbt, sich in ein solches Schuppentier zu verwandeln - sehr zum Unmut seiner einstigen Mitstreiter. Der Interessenskonflikt gipfelt genretypisch in der Jagd auf den wahren Ursprung allen Übels, der Kennern der Vorgänger bekannt sein dürfte. Insgesamt bietet die Geschichte von "Ego Draconis" in den rund 40 Spielstunden ordentliche Fantasykost mit diversen Wendungen, wenn auch nichts außergewöhnliches. Die Stärke des Spiels liegt aber vor allem in den vielen Nebenhandlungen - und den Möglichkeiten, welche die Drachen-Fusion mit sich bringt.
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