Was hast du vor...? |
Neben den Fähigkeiten der drei Charakterklassen (Kämpfer, Magier oder Ranger) steht dem Spieler nämlich früh im Spiel die Fähigkeit offen, gegen den Verlust von Erfahrungspunkten die Gedanken der NPCs zu lesen. Im richtigen Moment eingesetzt erfährt man interessente Details über die Absichten von Questgebern, etwa, ob diese planen, den Spieler um seinen Lohn zu bringen. So eröffnen sich weitere Möglichkeiten in den ohnehin auf mehrere Arten lösbaren Quests, wodurch "Ego Draconis" eine enorme Tiefe erreicht. Abseits der Interaktion mit den Einwohnern von Rivellon ist das Spiel hingegen größestenteils klassich-actionreiches Monster-Schnetzeln. Abwechslung bietet die Verwandlung in den Drachen, da dadurch nicht nur neue Bereiche der Spielwelt erreicht werden können, sondern auch actionreiche Luftkämpfe mit anderen Drachen ausgetragen werden. Spielerisch nutzt sich das allerdings recht schnell ab, sodass von der anfänglichen Begeisterung nur wenig übrigbleibt, ein nettes Feature ist der "Drachenmidus" aber dennoch. Technisch bewegt sich "Divinity 2" auf einem insgesamt ordentlichem Niveau. Für die grafische Inszenierung nutze Larian die Gamebryo-Engine, die unter anderem in "Oblivion" zum Einsatz kam. Zwar merkt man ihr langsam aber sicher den Zahn der Zeit an, dennoch muss sich "Ego Draconis" nicht vor der Genre-Konkurrenz verstecken.
Computer-Nachrichten.de Meinung"Divinity 2: Ego Draconis" schafft einen ähnlichen Spagat, der speziell dem ersten Teil der Reihe eine Menge Fans verschafft hat, nur eben diesmal in 3D: Einerseits bietet das Spiel unkompliziertes Hack'n'Slay, andererseits eine unglaubliche Spieltiefe durch die toll designten Haupt- und Nebenquests mit ihren vielen Verzweigungen. Im Großen und Ganzen hat man immer das Gefühl, dass jede Entscheidung im Spiel wichtig ist, was für ein RPG dieses Umfangs eine echte Leistung ist. Ein klein wenig enttäuschend ist die titelgebende Drachen-Wandlung. Zwar macht es Laune, sich als mächtiger Lindwurm durch Rivellon zu bewegen, ein wenig mehr spielerische Dynamik hätte es aber schon sein dürfen (wie schön wäre es, die feindlichen Reihen feuerspeiend zu lichten...). Alles in allem ist "Divinity 2" aber ein hochinteressanter Titel für alle Fans von Solo-Rollenspielen, denen die Flaute der letzten Monate zu schaffen macht und zurecht das erste RPG-Highlight 2009!
Ingo Notthoff |